Welches Aktien Depot für Anfänger? Comdirect, Diba oder Consorsbank?

Für welches Aktien Depot sollte man sich als Anfänger entscheiden? In diesem Beitrag geht es um einen Depotvergleich der drei Direktbank-Anbieter DiBa, Comdirect und Consorsbank mit Stand September 2017. Neben den Standardkonditionen erhälst Du auch Informationen zu speziellen Neukundenangeboten sowie den Kosten für den Kauf von ETF-Sparplänen. Außerdem enthält dieser Beitrag ein Fazit mit einer klaren Depot Empfehlung je nach Anlageziel und -strategie.

Standardkonditionen

Depotführung

Die Depotführung ist bei allen drei Anbietern grundsätzlich kostenlos. Es fallen damit keine Gebühren an, wenn ihr nicht handelt. Einzig bei der Comdirect gibt es eine kleine Einschränkung. Hier besteht nur eine „Kostenlos-Garantie“ für 3 Jahre, danach muss eine der folgenden (relativ leicht einzuhaltenden) Bedingungen erfüllt sein, damit die Depotführung weiterhin kostenlos ist:
– aktive Girokontonutzung
– mindestens 2 Trades pro Quartal
– Regelmäßige Einzahlung Wertpapiersparplan

Orderentgelte für den Kauf von Einzelaktien

Bei den Orderentgelten gibt es jedoch schon einige Unterschiede. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf Transaktionen an deutschen Börsenplätzen. Bei allen drei Anbietern wird eine Provision i. H. v. 0,25% vom Ordervolumen fällig.

Beispiel: Würdet Ihr Aktien für 2.000 EUR kaufen, würde sich eine rechnerische Provision von 2.000 EUR * 0,25% = 5 EUR ergeben. Leider ist es in der Realität etwas teurer, denn alle drei Banken verlangen eine sog. Mindestgebühr.

Diese beträgt bei der Diba und der Comdirect Bank 9,90 EUR und bei der Consorsbank 9,95 EUR pro Kauf bzw. Verkauf. Bis dahin gibt es zwischen den 3 Anbietern keine großen Unterschiede. Jetzt wird es aber interessant: Bei der Comdirect Bank und der Consorsbank fällt jeweils ein sog. Grundpreis an. Dieser beträgt bei der Comdirect 4,90 EUR und bei der Consorsbank 4,95 EUR. Die Diba verzichtet auf einen solchen Grundpreis, was insbesondere beim Kauf höherer Volumen von Vorteil ist, wie die folgenden Rechenbeispiele zeigen:

Ordervolumen in EURDibaComdirect BankConsorsbank
1.0001.000 * 0,25% = 2,5
=> 9,90 (Mindestpreis)
- 1.000 * 0,25 = 2,5
- Grundpreis 4,9
=> 9,90 (Mindestpreis)
-1 .000 * 0,25 = 2,5
- Grundpreis 4,95
=> 9,95 (Mindestpreis)
2.0002.000 * 0,25% = 5,0
=> 9,90 (Mindestpreis)
- 2.000 * 0,25 = 5,0
- Grundpreis 4,9
=> Mind. 9,90 (Mindestpreis)
- 2.000 * 0,25 = 5,0
- Grundpreis 4,95
=> 9,95 (Mindestpreis)
4.0004.000 * 0,25% = 10,00
- 4.000 * 0,25 = 10,0
- Grundpreis 4,90
=> 14,90
- 4.000 * 0,25 = 10,0
- Grundpreis 4,95
=> 14,95
6.0006.000 * 0,25% = 15,00- 6.000 * 0,25 = 15,0
- Grundpreis 4,90
=> 19,90
- 6.000 * 0,25 = 15,0
- Grundpreis 4,95
=> 19,95

Bis zu einem Ordervolumen von ca. 2.000 EUR ergeben sich somit nahezu identische Kosten. Bei höheren Volumen wirkt sich jedoch der Grundpreis bei der Comdirect Bank bzw. Consorsbank negativ auf die Gesamtkosten aus, da dieser zu der normalen Provision (0,25%) hinzuzurechnen ist. Ab einem Ordervolumen von ca. 4.000 EUR liegen die Gesamtkosten bei Comdirect und Consorsbank durch den Grundpreis immer um 4,90 bzw. 4,95 höher als bei der Diba.

Neben den oben aufgezeigten Gebühren fallen i. d. R. noch die Handelsplatzgebühren an. Hier liegen alle drei Banken relativ nah beieinander (Diba 1,75 EUR, Comdirect und Consorsbank jeweils 1,5 EUR). Diese Gebühr kann man sich jedoch bei allen drei Anbietern sparen, wenn man für die Transaktion den sogenannten Direkthandel wählt.

Die maximalen Kosten pro Order betragen bei der Diba und Comdirect jeweils 59,90, bei der Consorsbank 69,00.

Orderentgelte für den Kauf von ETFs (keine Sparpläne)

Bei der Consorsbank können dauerhaft Derivate, Hebelprodukte und ETFs über Tradegate für 4,95 € gehandelt werden (Consorsbank Starpartner.

Bei der Diba gibt es ebenfalls die Möglichkeit, ca. 1.000 ETFs über den Direkthandel kostenlos zu kaufen (ab einem Ordervolumen von 500 €, Verkäufe sind kostenpflichtig, ETF-Sparpläne sind davon ausgeschlossen).

Auch die Comdirect bietet günstigere Ordergebühren bei diversen ETFs, Zertifikaten und Optionsscheinen an. Sie ist hier die Order bereits für 3,90 € möglich.

Detailinformationen zu ETF- und Aktiensparplänen

Auch bei den Sparplan-Gebühren gibt es kleine, aber feine Unterschiede. Bei allen Anbietern wird eine Gebühr in % der monatlichen Sparrate fällig. Diese beträgt bei der Diba 1,75% bei der Comdirect und der Consorsbank jeweils 1,5%. Für den Verkauf werden die oben dargestellten Gebühren fällig. Die monatliche Mindestanlagesumme beträgt bei der Diba 50,00 EUR und bei den anderen Anbietern 25,00 EUR.

Bei der Auswahl an ETF-Sparplänen gibt es ebenfalls gewaltige Unterschiede. Stehen bei der Diba „nur“ 55 Sparpläne zur Verfügung, sind es bei den anderen Anbietern bereits über 200. Bei der Comdirect und der Consorsbank gibt es darüber hinaus auch viele kostenlose Sparpläne, bei denen die gerade genannten Gebühren entfallen. Achtung: Hierbei handelt es sich im Marketing-Aktionen in Zusammenarbeit mit den ETF-Anbietern wie comstage oder i-shares. Diese Sonderkonditionen werden laufend überprüft und müssen nicht ewig fortbestehen!

Sonderkonditionen für Neukunden

Für Neukunden gibt es oft zeitlich befristete Sonderkonditionen, die ich nachfolgend zusammengefasst habe:

Sonderkonditionen (für Neukunden)DibaComdirect BankConsorsbank
Reduzierte Gebühren- bis zum 30.11.2017 handeln für 4,50 € je Order für die ersten 6 MonateHandeln für 3,90€ für 12 Monate (evtl. zzgl. Handelsplatzgebühr) und fremder Orderspesen- ab 3,95 Euro pro Trade: für Neukunden und für volle 12 Monate
- für Aufträge bis 20.000 Euro pro Trade und Teilausführung
- ab dem 13. Monat gelten die o.g. Konditionen
Aktivitätsprämiebis 30.11.2017: 75 € Prämie, wenn das Depot spätestens 6 Wochen nach Eröffnung ein Volumen von mind. 5.000 € aufweist (z.B. durch Depotwechsel)50 Euro Aktivitätsprämie ab 5.000 Euro Fondskauf oder -übertrag./.

Zusammenfassung und Fazit:

  • Depot der ING DiBa mit besseren Konditionen bei höheren Einmalanlagen in Aktien (> 2.000 €), da kein Grundpreis zu zahlen ist
  • Depots der Comdirect und Consorsbank mit besseren Konditionen und größerer Auswahl im Bereich ETF-Sparpläne
  • Nur Comdirect und Consorsbank bieten kostenlose ETF-Sparpläne (Achtung: Aktionen können auch beendet werden). Dafür können bei der DiBa ca. 1.000 ETFs (keine Sparpläne) kostenlos gekauft werden.

Wer also tendenziell eher einzelne Aktien oder ETFs im Rahmen höherer Beträge kauft, der sollte sich für die Diba entscheiden. Wer eher auf Sparpläne setzt und hier Gebühren sparen möchte, der sollte sich für die Comdirect Bank oder die Consorsbank entscheiden! Wenn ihr sowohl in Sparpläne als auch mit größeren Summen in Einzelaktien investieren wollt, könnt ihr auch einfach 2 Depots eröffnen.

Hier geht es direkt zur kostenlosen Depoteröffnung:

Kostenloses DiBa-Depot

Kostenloses Comdirect Bank Depot

Kostenloses Depot Consorsbank

Nachfolgend findest Du die Inhalte auch in Videoform auf Youtube:

– Werbung –

10 wichtige GuV-Kennzahlen als PDF-Report!

Einfach Newsletter abonnieren und Du erhälst das PDF!

Ich gebe Deine Daten nicht an Dritte weiter und sende Dir auch keinen Spam!

Kommentar verfassen